„Hier kann ich sagen, dass das Deutsche sind, weil sie mit ihrem Hund gekommen sind. Es sind immer die Deutschen, die ihre Hunde mitbringen. Und wenn ein Hund dabei ist, bedeutet das, dass sie im Wohnwagen gekommen sind. Die Deutschen reisen per Wohnwagen, in alle Städte. Besonders die älteren Leute mögen Wohnwägen. Der Affe! Er hat noch nie einen Affen gesehen, glaube ich.“

„Das sind Deutsche. Warum Deutsche? Es ist selten, Deutsche so anzutreffen, in diesem Alter, da die meisten deutschen Paare dieses Alters in einer Gruppe kommen. Bei den Jüngeren gibt es einige, die paarweise oder alleine kommen, aber die meisten Deutschen, die ich kenne, kommen in einer Gruppe. Franzosen jeden Alters kommen alleine, aber die Deutschen, selbst wenn sie Marokko gut kennen, wenn sie nach Marrakech kommen, sieht man sie in Gruppen. Bei diesem Paar hier bin ich sicher, dass es Deutsche sind aufgrund der Art und Weise, wie sie auf die Zirkusleute reagieren.“

„Die Franzosen bleiben stehen, wenn man sie anspricht, Hallo zu ihnen sagt. Man kann mit ihnen darüber reden, woher in Marokko sie kommen, was sie bisher gemacht haben, wie lange sie schon hier sind. Spanier ebenso. Besonders, wenn man sie auf Spanisch anspricht, bleiben sie stehen. Amerikaner hingegen, sie sagen nur Thank you. Sorry. Deutsche: Ich habe keine Zeit! Nein danke! Und sie gehen weiter. Engländer bleiben manchmal stehen, wenn man länger auf sie einredet, es ist unterschiedlich. Meistens gehen sie auch weiter. Sie haben ständig Angst, weil sie ein Bild von Marokko im Kopf haben, dass die marokkanischen Leute nur hinter ihrem Geld her sind, dass sie nur deshalb mit ihnen reden, um ihnen etwas zu verkaufen und sie sogar zum Kauf nötigen. Es ist schwierig, einfach nur mit ihnen zu reden, zu diskutieren. Engländer reden nicht viel, es kommt aus ihrer Kultur. Sogar zu ihren Landsleuten sagen sie lediglich Hallo, mehr nicht. Franzosen hingegen sind offener, Spanier auch, sie sind offener gegenüber den Marokkanern, weil sie unsere Nachbarn sind und oft nach Marokko kommen.“

„Was ich über die Deutschen sagen kann, jedenfalls über die deutschen Touristen, die hierher kommen, denn ich müsste nach Deutschland gehen, um sie noch besser zu kennen, aber was ich über die Deutschen weiß: Wenn sie etwas kaufen, kaufen sie, was sie brauchen. Sie handeln nicht so viele Franzosen, Spanier oder andere. In der Tat gibt es auch Franzosen, die viel kaufen und gut bezahlen, aber vom touristischen Standpunkt aus betrachtet, lassen die Deutschen die Eindrücke lieber auf sich wirken, ohne viele Kommentare abzugeben. Sie mögen, was glitzert. Sie mögen das Meer. Sie mögen die Sonne, weil sie das nicht haben. Für uns sind das die Deutschen. Und wie ich bereits gesagt habe, vom geschäftlichen Gesichtspunkt her betrachtet: Sie kaufen. Wenn sie kaufen, veranschlagen sie einen guten Preis für das, was sie kaufen.“

„Deutsche sind etwas rassistisch gegenüber den Marokkanern. Gut, vielleicht ist es kein Rassismus, sondern kulturell bedingt, jedenfalls sind sie etwas misstrauisch, sie interessieren sich nicht für die Leute, sie gehen nicht auf die Leute zu. Sie beschäftigen sich lieber mit Dingen, sehen sich beispielsweise Monumente an. Sie interessieren sich sehr dafür, wie etwas gebaut ist, wie ein Baustoff verwendet wurde, und wozu die Dinge erbaut wurden. Aber sie ignorieren die Menschen. Das ist eine schlechte Angewohnheit der Deutschen. Sie interessieren sich nicht für uns. Nicht alle – aber trotzdem, das ist meine Meinung.“

„Nun, allgemein gesprochen: Wer sehr misstrauisch ist, wird nicht von seinem Urlaub, von seiner Reise profitieren. Man sollte nicht übertreiben, nicht zu misstrauisch sein. Wenn solche Leute nach Marrakech kommen, werden sie keinen Nutzen von ihrer Reise haben. Reisen, das ist der Kontakt. Man muss die Kultur kennenlernen, mit den Leuten sprechen, aber natürlich gibt es Grenzen. Man kann nicht sagen, die Franzosen oder die Deutschen seien misstrauisch, das ist keine Frage der Nationalität. Es kann am Wohlstand liegen, es hängt auch von der Familie ab, davon, wie sie aufgewachsen sind.“

„Etwas anderes: in Marrakech und in Agadir trifft man viele Deutsche an, besonders in Agadir. Die Touristen, die nach Agadir kommen, verbringen ein oder zwei Tage In Marrakech, entweder mit einer Gruppe oder alleine. In Marrakech nennt man die Deutschen Berber. Warum nennt man sie Berber? Weil die Berber bei uns streng sind. In Frankreich sagt man, die Bretonen sein dickköpfig wie die Berber. Bei uns gibt es einen Volksstamm, in einem Dorf namens Imilchil. Die Leute dort sehen aus wie Deutsche, und wenn sie „Ja“ sagen, sagen sie es auf deutsch. Man nennt die Deutschen Berber, weil sie sehr genau sind, nun, was ich sagen möchte: wegen der Disziplin.“

„Sicherlich hat sich der Tourismus Seit dem 11. September verändert. Viele Leute ändern nun ihre Gewohnheiten, sie suchen sich ihren Zielort seht gut aus. Sie bedenken nun jede Kleinigkeit, aufgrund des Konflikts und seines Erscheinens in den Medien. Die Leute fangen an, zu überlegen, sie machen sich mehr Gedanken. Sie haben mehr Angst. Sie versuchen abzuschätzen, wohin sie noch gehen können, obwohl es zum Beispiel bei uns in Marokko und in Marrakech keine Probleme gibt. Es ist ruhig, die Leute sind willkommen, aber aufgrund der Medien und all dem beginnen sich die Leute zu fragen, ob sie hierhin oder dahin fahren. Es beginnt sich ein wenig zu destabilisieren, denn der Tourismus ist eine empfindliche Angelegenheit. Man kann ihn mit einem Ei vergleichen. Wenn du nicht achtgibst, zerbricht das Ei sehr leicht. Beim Tourismus verhält es sich genauso. Wenn du nicht darauf achtest, die Leute friedlich, ruhig und zuvorkommend zu empfangen, riskierst du, dass er Schaden nimmt und die Leute in ein anderes Land fahren. Nun, man muss sich um den Tourismus und um den Touristen kümmern, auf allen Gebieten: beim Transport, bezüglich der Wetterbedingungen, am Flughafen, am Hafen, überall, in den Restaurants, den Hotels, den Cafés, überall, denn der Tourist ist eine Investition.“